Bär & Wolf in Polen 2019

„Hey Jochen, hättest du Bock auf Wölfe und Bären in freier Wildbahn?“
So fragte mich der Kollege Benjamin, den ich bis dato nur per Instagram kannte und stellte mir seinen Plan vor, nach Polen in ein Fotoversteck zu fahren, wo man diese seltenen und scheuen Tiere mit etwas Glück fotografieren könne. Na da mach ich doch mit! Und so machten wir letztlich zu viert ein Auto voll und fuhren über 1200 km innerhalb von 2 Tagen bis in den Osten Polens, um 3 Tage zu fotografieren. 
Unsere Basis für tagsüber
Unsere Basis für tagsüber
Vorsicht, Bär!
Vorsicht, Bär!

Der Tagesablauf war immer gleich: Mittags gegen 16.00 Uhr ins Versteck, dort auf engstem Raum auf alten Matratzen übernachten, sobald es zu dunkel zum knipsen wird und morgens um 4:00 Uhr wieder ganz leise aufstehen, um gegen 9:00 Uhr die Session zu beenden. Warum der Aufwand? Die Tiere sind bei Nacht und Dämmerung aktiv und wir würden sie stören, würden wir abends im Versteck, das in einer Art Bauwagen eingerichtet war, ein- und auschecken. Daher mussten wir, obwohl wir ein für diesen Landstrich äußerst schönes und toll eingerichtetes Blockhaus ebenfalls verfügten, eben im Versteck nächtigen. Leise sein darin ist auch Pflicht sowie Licht vermeiden bei Nacht. 
Und kaum zu glauben: Schon am ersten Abend steht ein junger Bär etwa 30 m von unserer Hütte entfernt! Und kurz darauf lässt sich sogar der Wolf kurz blicken. Wir schaffen es kaum, nicht laut zu jubeln, als wir unsere Kameradisplays durchschauen! 

Tagsüber können wir uns einige Stunden in unserem wunderschönen Blockhaus ausruhen, duschen und ein bisschen dösen und in einem verlassen scheinenden Hotel hervorragendes Essen zu Dumpingpreisen genießen, bis es wieder mit dem Off-Road-Wagen des Besitzers zum Versteck geht. 
Das Wetter hält super und so erleben wir drei Tage schönen Morgen- und Abendlichtes mit einiger Action vor der Hütte. Beehrte uns der Wolf nur am ersten Abend, so waren bis zu drei Jungbären oft zu sehen. Lediglich der „Dicke Bär“, also das erwachsene Tier, lies lange auf sich warten. Und leider zeigte er sich nur nachts, wo man seine imposante Erscheinung zwar erkennen, aber mangels Licht nicht fotografieren konnte. Dennoch ein krasses Gefühl, nur 10-20m von diesem scheuen und mannshohen Tier entfernt zu sitzen! Eines Morgens um 4 Uhr tummelten sich ganze vier (!) erwachsene Bären vor unserem Hide und zwei davon machten sogar Liebe. Da fühlte man sich mit dem Fernglas schon etwas voyeuristisch... für Fotos war es aber zu der Zeit viel zu dunkel.
Die Stimmung unter uns Fotografen war super und es war ein sehr gelungenes Abenteuer mit einzigartigen Momenten in der Natur und mit Tieren, die man in freier Wildbahn kaum zu Gesicht bekommt, da sie vom Menschen sehr weit zurück gedrängt wurden und demnach unglaublich scheu sind. So viel zum „großen bösen Wolf“ also. 


Wo konkret all das stattfand kann ich dieses Mal leider nicht sagen, da ich dem Wunsch des Eigentümers, der das Versteck in privater Hand führt, nach Diskretion selbstverständlich entspreche. 
Schau gerne auch mal bei meinen Begleitern vorbei:
Andreas: instagram.com/andreas_huetten_tierfotografie / www.naturfotografie-huetten.de
Benjamin: instagram.com/bf.photographics
Bei Regen kommen die Bären gerne raus
Bei Regen kommen die Bären gerne raus
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