Roadtrip durch die Bayerischen Alpen (Zugspitzregion)

Nach reichlich Ausflügen zum flachen Land der Nordsee begab ich mich Ende Semptember 2018 endlich einmal auf einen kleinen Roadtrip in die bayerischen Alpen, konkret nach Füssen, Garmisch-Partenkirchen und die Zugspitzgegend. Das Wetter spielte sehr gut mit und ich konnte viele fotografisch reizvolle Orte anfahren und zur besten Zeit Bilder machen – meine Erfahrungen und Tipps dazu gibt es in diesem Bericht.

 

Falls du die nachfolgend genannten Orte gezielt ansteuern willst, sende ich dir gerne die konkreten GPS-Koordinaten der einzelnen Parkplätze mit einer kompakten Wegbeschreibung zu – hierzu mehr am Ende des Berichts.

Bayerische Alpen

Zu Beginn stattete ich dem wohl hinreichend bekannten Schloss Neuschwanstein einen Besuch ab. Erstaunlich an dieser in Höchstmaßen frequentierten Touristenattraktion ist die Organisation und Lenkung der Besuchermassen vor Ort. Im 5-Minuten-Takt werden Kleingruppen zu Führungen durchgeschleust, gerade so, dass die eine Gruppe genug Vorsprung hat, um von der anderen nicht auf die Füße getreten zu bekommen. Egal ob Ticketcenter, Einlasskontrollen oder Ausschilderung – die deutsche Gründlichkeit zeigt hier eindeutig, warum sie so berühmt ist.

 

Solch ein Trubel ist natürlich nicht das, wonach ich auf meiner Reise gesucht habe, dennoch ist das Schloss von innen sehr sehenswert und daher musste ich eben da durch. Im Anschluss drängten sich auch auf den Wegen rund um das Schloss viele Menschen und man musste nahezu körperliche Gewalt anwenden, um auf der Marienbrücke (ebenfalls nicht unbedingt ein Geheimtipp) ein Foto machen zu können.

Schloss Neuschwanstein
Schloss Neuschwanstein
Auf dem Weg rund um das Schloss findet man viele schöne Ansichten
Alpsee
Der Alpsee unter dem Schloss zeigt sich wolkenverhangen

Als Auftakt schön, nun ging es aber weiter nach Grainau, wo ich mich für den Rest der Woche niederließ und insgesamt länger blieb als geplant, da es einfach zu viele potentiell fotogene Bergseen gibt, die es mir besonders angetan haben. Vor allem, wenn sich in ihnen die gewaltigen Alpen spiegeln und idealerweise am Abend noch orange glühen, bevor die Sonne untergeht. Soweit also die Agenda.

 

Alle folgenden Punkte fuhr ich von Grainau aus an und war nie länger als 45 Minuten unterwegs, meistens sogar weitaus weniger.

 

Eines zunächst noch wolkenverhangenen Morgens machte ich mich auf zum Eibsee, den man in einer etwa dreistündigen, leichten Wanderung zu Fuß umrunden kann (Fotopausen eingerechnet). Man kann direkt am See parken oder mit dem Bus hinfahren, das ist unkompliziert und nicht zu verfehlen. Er ist einfach eine grandiose Kulisse und ich kann mich gar nicht sattknipsen an den vielen reizvollen Motiven, die er bietet. Das musst du einfach einmal gesehen haben! Das Glück war mir hold und die Sonne brach immer wieder ein bisschen durch die Wolken und schien genau auf eine der Inseln:

 

Eibsee
Eibsee

Ein weiteres Highlight sind die Wiesen am Geroldsee. Die Anfahrt gestaltet sich auch hier einfach und von der nächstgelegenen Parkmöglichkeit im Dorf sind es nur ca. 10 Minuten leichter Fußweg bis zum See. Die Aussicht dort auf das Karwendel-Massiv bedarf denke ich keiner besonderen Kommentare:

Geroldsee

Wo sind denn aber nun die Bergspiegelungen, von denen ich eingangs sprach? Diese fand ich am Luttensee als auch am Isarstausee. Während der Luttensee klein und schnell zu umrunden ist, muss man sich am Isarstausee auf der Suche nach einem geeigneten Fleck, der ein gutes Motiv abgibt, schon etwas durch die Uferböschung schlagen. Hier sollte man auf jeden Fall eine Stirnlampe mitführen, wenn man im Dunkeln wieder herausfinden will! Hat man sich erst einmal ein Fleckchen gesucht, offenbart sich eine wundervolle Szenerie – und das abseits vom Trubel der Massen in herrlicher Ruhe.

 

Isarstausee Krün
Der Isarstausee wartet mit spektakulärer Kulisse auf
und auch der Luttensee lässt sich nicht lumpen!
und auch der Luttensee lässt sich nicht lumpen!
Nach dem eigentlichen Alpenglühen färbten sich die Berge nochmals rötlich - beeindruckend!
Nach dem eigentlichen Alpenglühen färbten sich die Berge nochmals rötlich - beeindruckend!
Wamberg
Im Frühtau zu Berge... Kirchdorf Wamberg

Oberhalb von Garmisch-Partenkirchen liegt das aus nur wenigen Häusern und einer kleinen Kirche bestehende Bergdorf Wamberg, dessen steiler Zufahrtweg auch eine lohnenswerte Kulisse abgibt. Hier hatte ich eines Morgens das Glück, ein Alpenglühen auch mal in der Früh zu erleben. Auf der engen und teilweise sehr steilen Straße hätte ich fast mein Auto geschrottet, da es wohl nicht für solche Steigungen gemacht ist und die Schaltung komplett versagte. Eine Werkstatt in Garmisch konnte es wieder hinbiegen und es war kein großer Schaden, aber gerade wenn jemand ebenfalls Automatik fährt und nicht allzuviel PS hat: Lieber etwas weiter auf der Straße laufen, als bis zum letztmöglichen Punkt, wo man parken kann, fahren. Wo die Punkte sind – dazu mehr am Schluss.

 

War ich bislang eher in Bodennähe unterwegs, wollte ich mir Deutschlands höchsten Gipfel nicht entgehen lassen und nahm die Zahnradbahn in Richtung Zugspitze. Was die da oben für eine High-Tech-Aussichtsplattform mit etlichen Bewirtungs-möglichkeiten und Stockwerken hingestellt haben ist echt beachtlich! Zur fotofreundlichsten Zeit – früh morgens oder spät abends – kann man dort allerdings auf diesem Weg nicht umher tingeln, da die Bahnen nur mittags fahren. Dafür müsste man schon in der dortigen Hütte übernachten. Somit hatte ich zwar gleißende Mittagssonne, aber viele tolle Ausblicke und dennoch zahlreiche Motive. Wer will denn auch auf solch, im wahrsten Sinne des Wortes, hohem Niveau schon meckern?

 

Zugspitze
Zugspitze

Zugspitze

Ein weiterer Abstecher führt mich zum Rießersee in Grainau, welcher mehr der Hausteich des gleichnamigen Hotels ist als ein in grandiose Landschaft eingebetteter Bergsee mitten in der Wildnis. Man kann hier also direkt vom Parkplatz aus in 2 Minuten hinlaufen und ihn nicht etwa auf einer tollen Gebirgswanderung erleben. Fotografisch seinen Reiz hat er dennoch aufgrund der im Hintergrund aufragenden Berge. Diese waren bei meinem Besuch, bei dem es zunächst noch regnete, zuerst komplett von Wolken bedeckt. Als die Sonne plötzlich den Turbo zündete und die Wolken binnen 10 Minuten verjagte, konnte ich kaum so schnell reagieren, wie sich minütlich die Kulisse änderte und tolle Bilder ermöglichte:

 

Rießersee
noch regnet es und man kann den Berg nur schemenhaft erkennen
Rießersee
etwa 20 Minuten später sah das dann schon anders aus!

Den krönenden Abschluss meiner Tour bildete ein Abstecher nach Österreich zum Plansee, dessen fast schon legendäres Bootshaus auch dringend abgelichtet werden musste. Wenn es auch auf den Bildern nicht so scheint, so liegt der See direkt an der Landstraße und man kann quasi aus dem Auto fallen und direkt losfotografieren. Früh am Morgen, als noch leichter Nebel auf dem See lag, entstanden tolle fotografische Möglichkeiten und die wenigen, zu dieser Tageszeit vorbeifahrenden Autos störten überhaupt nicht. Definitiv sollte dieser See in jedem Plan auftauchen, wenn es um einen Trip in diese Gegend geht. Selbst den Nicht-Fotografen sei angeraten, auf eine Mütze Schlaf zu verzichten und sich sehr früh morgens, wenn es noch dunkel ist, bereits einzufinden und die Szenerie zu genießen, bis es die Sonne schließlich über den Berg geschafft hat.

 

Plansee, Tirol
Plansee, Tirol

Plansee, Tirol
Bin ich der einzige, der hier denkt, dass Bigfoot seine riesige Tatze in den See stellt?

Insgesamt eine sehr erfolgreiche Tour durch eine äußerst schöne Gegend, die ich nur empfehlen kann! Zu empfehlen ist auch das Gasthaus Schönanger in Grainau, in welchem ich sehr herzlich empfangen wurde und eine großartige Unterkunft zu einem moderaten Preis fand.

 

 

Kosten für den gesamten Roadtrip: 650,- €

(7 Übernachtungen, davon 4 mit Frühstück; Nahrung (weitgehend Selbstversorger); Kurtaxen und Parkgebühren; Eintrittsgelder und Fahrkarten; Spritkosten für 1.300 km).


Interesse an den GPS-Koordinaten der einzelnen Orte?

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